Montag, 17. April 2017

Tag 21 - Von Prag nach Wien (19. März)

Da ich mit meinem Zimmer sehr zufrieden gewesen war und ich auch nicht so viel dafür bezahlt hatte, gönnte ich mich für ein paar Euro ein Frühstück im angrenzenden Restaurant. Das Büfett war sehr groß und das nutzte ich natürlich aus. Lediglich eine Frau, die am benachbarten Tisch ein Handyspiele in voller Lautstärke spielte und so viele irritierte Blicke auf sich zog, nervte mich. 
 
Da ich noch ein paar Stunden Zeit hatte, bis mein Bus fahren sollte, plante ich die Stadt noch etwas mit dem Fahrrad zu erkunden. Weil ich meinen Bus natürlich nicht verpassen wollte und die Ortsangabe der Haltestelle nicht sehr detailliert war, wollte ich vorher nachsehen, von wo genau mein Bus fahren sollte. Das jedoch gestaltete sich als deutlich schwieriger, als gedacht. Die Fahrt dahin war sehr schön, ich hörte ein wenig Musik und sah einiges von Prag, auch den Hauptbahnhof, der direkt bei der Bushaltestelle liegen sollte war schnell gefunden. 
 
Die Haltestelle an sich allerdings nicht.  Zwar gab es einen Platz, von dem viele Reisebusse abführen, allerdings war dort kein Hinweis von Flixbus zu finden. Diesen Platz und den Bahnhof, von dessen Eingangsbereich ebenfalls Busse abführen, trennte eine große Straße, über die man nicht gehen könnte, eine Ampel war nirgends zu sehen. Man müsste also mit dem Fahrstuhl nach unten und dann unterirdisch die Straßenseite wechseln. Mit meinem Fahrrad stellte sich das als sehr schwierig heraus und viel Zeit hatte ich nicht, wenn der Bus einmal da war. Mein Gepäck sollte ich nämlich vor der Fahrt zusammenschnüren, da ich sonst zu viele Gepäckstücke hätte. Das hatte mein Papa für mich einen Tag vorher bei Flixbus herausgefunden. Ich suchte also überall nach einem Hinweis, von wo der Bus abfahren sollte, rief bei Flixbus an und gab die Adresse nochmal in Google Maps ein. Beide verrieten mir letztendlich, dass der Bus vor dem Iengangsbereich des Bahnhofes abfahren sollte. Mittlerweile hatte ich nun leider keine Zeit mehr die Stadt zu erkunden. Lediglich die unfreiwillig komisch wirkende Werbung für eine Arztserie konnte mich ein wenig aufheitern. 
 
Neben mir wartete eine kleine Reisegruppe auf ihren Bus und fragte mich neugierig über meine Reiseplanung aus. Auf meinem Handy zeigte ich Ihnen, von wo ich gekommen war und wie viele Kilometer ich schon zurückgelegt hatte. Nachdem die Gruppe in ihren Bus gestiegen war, fragte ich zur Sichheit direkt beim Bahnhof noch einmal nach, wo die Flixbusse starten sollten. Man verriet mir, dass diese nun doch auf der anderen Seite abfuhren. Unter Zeitdruck hetzte ich mit meinem vollbeladenen Fahrrad durch die Menschenmenge zum Fahrstuhl. Geradeso erreichte ich den Bus noch und konnte zum Glück all mein Gepäck problemlos mitnehmen. Während ich mir doch ein klein wenig Sorgen um mein Fahrrad machte, dass hinten am Bus mitgenommen wurde.
 
Ich versuchte die Fahrt so gut es ging zu genießen, denn erst fiel das WLAN aus und zudem hatte die junge Frau, die vor mir saß den Sitz so weit nach hinten gestellt, dass ich mich sehr eingeengt fühlte. Allerdings nicht so sehr, dass ich sie ansprechen wollte. Die Fahrt ging schnell vorbei und auch mein Fahrrad hatte sie gut überstanden. So fuhr ich nun ein paar Kilometer durch Wien zu Felix, einem (Ein)radfahrer, den ich bei Warmshowers entdeckt hatte. Da wir mit dem Einradfahren ein gemeinsames Hobby haben, habe ich mich sehr gefreut, dass ich zwei Nächte bei ihm und seiner Schwester Anna übernachten durfte.
Während der Studienfahrt in der Oberstufe war ich schon einmal in Wien, fand die Stadt damals aber nicht so schön, was wohl auch daran gelegen hat, dass wir uns in der Woche hauptsächlich in Museen, die mich nicht interessiert haben und der überfüllten und austauschbaren Shoppingmeile aufgehalten haben. Lediglich ein abendliches Laufengehen am Donaukanal entlang konnte mich damals begeistern. Während ich nun also durch Wien fuhr, war ich überrascht, wie schön ich die Stadt fand und beeindruckt davon, dass es wohin man auch sieht immer eine Sehenswürdigkeit zu entdecken gibt. 
 
Ich half einem orientierungslosen chinesischen Pärchen noch dabei weniger orientierungslos zu werden und kam dann einige Minuten später bei Anna und Felix an, die mich sehr nett empfingen. Felix zeigte mir, wie ich mein Fahrrad am besten abstellen konnte und half mir dabei mein Gepäck nach oben zu bringen.
Wir unterhielten uns ein wenig über Cornelia Funke, da ich ein großer Fan Ihrer Bücher bin und diese bei den beiden im Regal entdeckt hatte. Danach luden sie mich noch zu einem wöchentlich stattfindenden Familienessen bei ihrem Onkel ein. Die Familie war unglaublich nett und ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Schnell kamen wir dort ins Gespräch und besonders Spaß gemacht hat es dann, in der großen Runde "Werwolf" zu spielen. 
Nach diesem anstrengenden Tag konnte ich abends schnell einschlafen, voller Vorfreude, denn am nächsten Tag hatte ich mir vorgenommen noch ein wenig mehr von Wien anzusehen.
 

Dienstag, 11. April 2017

Tag 20 - Von Pilsen nach Prag ( 18. März)

Ursprünglich wollte ich nur nach Pilsen fahren und von dort direkt nach Österreich, allerdings wurde mir so oft empfohlen doch noch nach Prag zu fahren, sodass ich mich dazu entschied die Hauptstadt Tschechiens noch zu besuchen und danach mit dem Bus nach Wien zu fahren, denn nach den ersten kalten und regenerischen Tagen wollte ich schnell in Richtung Süden. Außerdem wusste ich, dass ich früher oder später eine Strecke mit dem Bus fahren musste, wollte ich doch am 20. Mai in London sein und vorher noch einige Städte besucht haben. Der Zeitpunkt dafür erschien mir also günstig.
Bevor es jedoch in den Bus ging, hatte ich noch eine Fahrt von fast 100 Kilometern nach Prag vor mir. Für diese längere Strecke stärkte ich mich also erst einmal beim Frühstücksbüffet und wollte mich dann auf den Weg machen. 
                                                      
Den Abgang aus dem Hotel gestaltete ich dann noch so peinlich, wie es ging. Mein Fahrrad hatte ich im Hotel angeschlossen und die Türen, die nach draußen gingen, waren erstens so klein, dass ich mit dem voll beladenen Fahrrad ohnehin schlecht rauskam und zweitens gingen sie sehr schnell wieder zu. Doch anstatt mir Hilfe zu holen, versuchte ich mein Fahrrad irgendwie nach draußen zu bugsieren, was mir jedoch überhaupt nicht gelang. Da fahre ich mit dem Fahrrad von Hamburg nach Tschechien und scheitere bei einer Tür, dachte ich mir, als schon die genervte Rezeptionistin kam und mich von meinem Leiden erlöste.
                                                              
Ich fuhr noch ein wenig durch Pilsen bis es dann auf Landstraßen in Richtung Prag ging und das mit einem wirklich rasanten Tempo. Als ich irgendwann an einer Ampel stehen blieb, fiel mir zum ersten Mal auf, wie unglaublich stark der Rückenwind war, der mich ohne große Anstrengungen in Richtung Hauptstadt trug. Ich hatte also leider keinen Frauenchor am Straßenrand, der für mich singt, dafür den Tag auf meiner Seite und Rückenwind.
                                                       
Dabei hörte ich eine Folge des Podcasts "Last September in Monaco" und sah, wie die Felder an mir vorbeizogen und die Wolken über mir immer dunkler wurden und mal ein wenig regneten und viel öfter einfach nur dunkel waren. An einer Bushaltestelle machte ich dann Pause und konnte geradeso mein Essen retten, dass fast weggeweht wurde, so stark war der Wind nun und ich dankte wem auch immer, dass dieser Wind von hinten kam und nicht von vorne. 
                                                     
Deutlich schneller als geplant kam ich Prag immer näher und als wäre der Weg nicht so schön einfach genug gewesen, ging es nun auch noch bergab. Viele Kalorien verbrannt habe ich an diesem Tag also nicht. Auch in Prag fiel mir auf, dass einige Gebäude sehr modern waren, während andere schon einige Jahre mehr auf dem Buckel zu haben schienen. Allerdings sahen sie nicht baufällig, wie in anderen Teilen Tschechiens aus, sondern eher antik und beeindruckend schön.
                                                        
Viele der Gebäude erinnerten mich auch ein wenig an Wien, es gab nur einen Unterschied: Hier war alles vollplakatiert. Schon vorher war mir aufgefallen, wie viel Werbung es in Tschechien gab - an Gebäuden, auf den Rückenlehnen von Bänken und auf jeder sonstigen freien Fläche. Und das hat mich in Prag tatsächlich sehr gestört. Dafür war das Hostel, in dem ich mir ein Bett in einem Mehrbettzimmer gebucht hatte, sehr modern eingerichtet.            
                                                       
Die nächste positive Überraschung kam dann, als ich in das Zimmer mir acht Betten kam, denn in Wirklichkeit war dieses in zwei Räume mit jeweils vier Betten und einem Bad aufgeteilt und eine dieser Hälften war noch komplett leer, sodass ich mich dort einrichtete und hoffte, dass nicht noch weitere Gäste dazukamen, denn grundsätzlich freute es mich schon neue Menschen kennenzulernen, aber an diesem Abend brauchte ich ein wenig Ruhe. An das Hostel war noch ein Restaurant angeschlossen, in dem ich mir eine Pizza gönnte, die wirklich perfekt war und italienischer, als einige Pizzen, die ich später in Italien essen sollte. 
 
Meine Mehrbettzimmer-Sorgen stellten sich als völlig unbegründet heraus, denn es kam niemand mehr dazu und so hatte ich preisgünstig ein Einzelzimmer mit eigenem Bad und drei Betten zu viel. 

Tag 19 - In Pilsen (17. März)

Da ich in der Nacht sehr gut geschlafen hatte und ich von dem Luxus des Hotels sehr begeistert war, entschied ich mich dazu, noch eine weitere Nacht dort zu verbringen und mir am Tag die Stadt etwas mehr anzusehen. 
                                                                                      
Auch das Frühstück konnte mich sehr begeistern und so schaufelte ich alles in mich hinein, was das Buffet hergab. Mein Ziel, wenn das Frühstück im Übernachtungspreis mit inbegriffen ist, ist es, so viel zu essen, dass sich das Ganze für das Hotel nicht lohnt und diesem Vorsatz bin ich an diesem Morgen auf jeden Fall treu geblieben.
Da Pilsen die erste tschechische Stadt war, die ich richtig erkundete, hatte ich mir für den Tag einiges vorgenommen. Ein erstes Ziel war die Brauerei Pilsner Urquell, da ich dort ein Original Pilsener Bier trinken wollte. 
                                                                             
Weil ich allerdings kein Restaurant fand, indem ich nur ein einziges Bier trinken konnte, entschied ich mich aus reiner Faulheit weiter zu suchen dazu eine ganze Führung mitzumachen, um während dieser ein Bier zu trinken. Da der Preis sehr gering war und die Führung außerdem auf Deutsch stattfinden sollte, fiel mir diese Entscheidung noch viel leichter. Mit einigen anderen deutschen Touristen besuchte ich alle Punkte der Bierherstellung und wir bekamen erklärt, wie dieses entsteht. 
                                                                          
Während der Führung konnten wir auch, wie ich es erwartet hatte, ein Original Pilsner Urquell Bier aus dem Fass trinken, welches es so in dieser Form gar nicht im Handel zu kaufen gibt. Nach der tollen Führung kaufte ich noch etwas Essen ein und begab mich dann zurück ins Hotel. 
                                                                                
Nachdem ich alles Essen dort abgeladen hatte, entschied ich mich dazu die typischen Touri-Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Am Abend sollte das "Festival of Lights" stattfinden, das mir die Möglichkeit gab mit den Tschechen zusammen und einer ganz besonderen Atmosphäre die Stadt zu erkunden. So sah ich nicht nur die typischen Sehenswürdigkeiten sondern auch andere Ecken der Stadt, die ich so sonst vielleicht nicht entdeckt hätte. 
                                                                           
Außerdem waren die Lichtinstallationen sehr schön anzusehen. Dadurch dass ich die meisten Menschen dort nicht verstehen konnte und mit Kopfhörern im Ohr durch die Stadt ging, fühlte ich mich ein wenig, als wäre ich unsichtbar, da ich ja mit niemandem sprach und auch sonst außer dem visuellen nicht viel von meiner Umwelt wahrnehmen konnte. Die ganze Atmosphäre war sehr magisch und ich freute mich dass ich einen Eindruck von der Bevölkerung der Stadt bekommen konnte, ohne dass dieses Event zu überfüllt war, wie ich es erwartet hatte. 
                                                                           
Wenn ich diese Veranstaltung mit ähnlichen in Hamburg oder Berlin vergleiche, fand ich es sehr angenehm, dass diese in Pilsen doch sehr familiär wirkte. Diese einmalige und besondere Veranstaltung, auf die viele in Pilsen ein ganzes Jahr hinfiebern war lange nicht so voll, wie ein normaler Tag auf dem Weihnachtsmarkt in Hamburg.
Nachdem ich so einen Eindruck von der Stadt bekommen hatte, machte ich mich noch auf die Suche nach einem Laden, um mir noch eine süße Kleinigkeit für den Abend zu kaufen. Während der ganzen Reise vermisste ich besonders Cornflakes (und meine Familie und Freunde auch ein ganz kleines bisschen, aber hauptsächlich eben Cornflakes). Denn eine ganze Packung lohnte es sich nicht zu kaufen, da ich diese schlecht mitnehmen und außerdem schlecht an eine Schüssel und Milch kommen konnte. In einem Laden entdeckte ich dann einen CiniMinis-Riegel und war ganz außer mir: Cornflakes als Riegel, sodass man ein Cornflakes-Erlebnis in kleiner Form zum mitnehmen hat? Genial! Fast so gut, wie die Erfindung des Rads und die Frage bleibt, warum es soetwas in Deutschland nicht gibt. Also, den CiniMinis-Riegel, nicht das Rad. 
                                                                          
Am Abend wollte ich die neue Serie von Matthias Schweighöfer auf Amazon Prime sehen, da diese mir von ein paar Freunden empfohlen wurde. Jedoch konnte ich diese leider nicht abspielen, da sie in meinem Land nicht verfügbar war. Das hat mich zwar etwas geärgert, aber so sah ich mir dann noch ein paar Videos auf YouTube an und schlief erschöpft von dem Tag mitsamt den ganzen Eindrücken ein.

Freitag, 7. April 2017

Tag 18 - Von Plößberg nach Pilsen (16. März)

Um das Mal vorweg zu nehmen: Ich habe an diesem Tag zwei Mal geweint, ein Mal vor Wut und einmal vor Freude. Und dazwischen lagen etwa 30 Minuten.

Nachdem ich mehr oder weniger gut geduscht hatte, packte ich mein Zelt zusammen und brach auf. Google Maps schickte mich direkt in den Wald und der Weg war furchtbar. Ich kam wegen der zahlreichen Äste und der gleichbleibenden Steigung kaum voran und schrie irgendwann einfach laut in den Wald hinein, der den Schrei als Echo wieder zu mir zurück trug. Hossa, war das laut, dachte ich. 


Etwa zwei Kilometer vor der ersten Landesgrenze kamen dann viele Dinge zusammen: Kurzfristig meldete sich ein Typ von Couchsurfing, der doch noch ein Zimmer für mich in Pilsen hätte. Das Hotelzimmer hätte ich stornieren und somit 30 € sparen können, auf der anderen Seite hatte ich schlecht geschlafen und der schwere Weg durch den Wald hatte mich doch mehr erschöpft, als gedacht. Also rief ich meinen Papa an, um ihn um Rat zu fragen und insgeheim auch ein wenig, in der Hoffnung, er wurde mir zum Hotelzimmer raten, denn da wollte ich eigentlich hin, hatte aber ein schlechtes Gewissen, da ich dort so viel Geld ausgeben würde. Da ich ihn nicht erreichen konnte rief ich meine Mutter an, die mir glücklicherweise zum Hotelzimmer riet, genau wie mein Vater, der mich kurz darauf zurückrief. Immer noch ein wenig hin und hergerissen, unausgeschlafen und  genervt fuhr ich dann weiter und wollte zur Entspannung eine Playlist hören, die ich mir in Bayreuth zusammengestellt hatte. Doch die war nun auf einmal leer. Dann wollte ich einen Podcast von Olli Schulz und Jan Böhmermann hören, doch auch der war nicht mehr verfügbar, obwohl ich ihn mir extra heruntergeladen hatte. Dann funktionierte die Google-Maps-App nicht richtig und zeigte mir als nächstes immer noch den Supermarkt an, den ich als Zwischenstopp eingegeben und schon besucht hatte, auch als ich den als Zwischenstopp löschte, wurde er mir weiter angezeigt. Ich öffnete die App neu und hatte dann kein Internet, also keine Ahnung, wo genau es nun längs gehen sollte und wie lange der Weg noch war. So fuhr ich den ausgeschilderten Weg zur Landesgrenze und bekam immer noch kein Internet.


So wütend darüber, dass irgendwie nichts funktionieren sollte, fuhr ich also mit Tränen in den Augen und mit 50 km/h einen Berg hinunter. Passend dazu spielte mein iPhone im Zufallsmodus gerade ein trauriges Lied von Damien Rice. Im Fahrtwind bahnten sich die Tränen ihren Weg über meine Wangen. Es folgte die Landesgrenze und auf einmal hatte ich Internet. Der Weg wurde mir angezeigt und ich hatte die erste Landesgrenze geschafft. Außerdem ging es nun viel bergab. Über mir flog ein Adler und auf einem Feld sah ich einige Rehe. Mein iPhone spielte nun "Drive it like you stole it", ein Lied aus dem grandiosen Film "Sing Street" und das passte gerade so perfekt, nahm ich mein Leben doch gerade auch in die Hand und lebte es, wie ich es wollte, war mitten in einem richtigen Abenteuer. Dazu schien die Sonne, ein tschechischer Radfahrer winkte mir zu und sagte so etwas, wie "Hoi". Ich nehme mal an, dass heißt so etwas, wie "Moin", vielleicht aber auch "Dein knallroter Helm sieht wirklich bescheuert aus!". Jedenfalls freute mich diese erste Begegnung so und alles war auf einmal perfekt und ich bekam schon wieder Tränen in den Augen. Ich fuhr durch die erste tschechische Stadt, die Branka hieß und bekam so langsam einen Eindruck von diesem Land, in dem ich vorher noch nie gewesen war.  

  


Und parallel hatte ich zwei Gedankenstränge: Auf der einen Seite fand ich es aufregend, dass jeder Stein, jeder Baum, sogar jeder Grashalm hier mit dem Attribut "tschechisch" versehen werden konnte, auf der anderen Seite fand ich es komisch, dass die Dinge hier einen anderen Namen hatten, wo sie doch genauso aussahen, wie in Deutschland. Ich entdeckte viele baufällige Häuser, während ich mit gutem Tempo und davon abhängiger guten Laune weiterfuhr. Insgesamt ist mir aufgefallen, dass in Tschechien sehr viel neu gebaut wird, allerdings noch viele alte Häuser existieren. Meine erste Pause machte ich in einer Bushaltestelle und verarbeitete die neuen Eindrücke. Witzig fand ich, dass ich einige Stoppschilder nicht lesen konnte, da diese auf tschechisch geschrieben waren. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass ich durch massiv vergiftete Gegenden gefahren bin.


Neben den vielen baufälligen Häusern gibt es allerdings auch sehr viele schöne alte Gebäude, die man unbedingt in diesem antiken Zustand lassen sollte. In Tschechien gibt es übrigens für das Wort "Müll" einen anderen Ausdruck, nämlich "Straßenrand". Der ist nämlich voll mit Flaschen und anderem Müll. 


Ich fuhr über sehr wenig befahrene Landstraßen immer weiter in Richtung Pilsen. Je näher ich der Stadt kam, desto mehr Autos fuhren nun auf meinem Weg.


Außerdem fuhr ich nun nicht mehr 20 km lange Wege entlang, sondern durch mehrere kleine Straßen, die mich bis nach Pilsen führten. Dort tauschte ich das erste mal Geld und machte mich dann auf den Weg zu meinem Hotel. Dieses war für den Preis unfassbar luxuriös. Passend dazu kaufte ich mir mein Essen dann natürlich bei McDonald's und machte es mir gemütlich.

Donnerstag, 6. April 2017

Tag 17 - Von Bayreuth nach Plößberg (15. März)



Nach dem Frühstück verbrachte ich noch relativ viel Zeit damit zu überlegen, wohin es für mich gehen sollte, dann über Couchsurfing und Warmshowers hatte ich keine Übernachtungsmöglichkeit zwischen Bayreuth und Pilsen, meinem nächsten großen Ziel entdeckt. Ursprünglich hatte ich überlegt von Bamberg nach Prag mit dem Bus zu fahren, doch mein Papa hat mich zu Recht noch einmal darauf hingewiesen, dass das die erste überquerte Landesgrenze sein würde. Hätte ich diese mit dem Bus passiert, hätte ich mich im Nachhinein doch sehr geärgert. So entschied ich mich nun bis nach Prag zu fahren, von dort dann aber mit dem Bus nach Wien. Schließlich möchte ich viele Länder sehen, muss aber auch daran denken, dass ich am 20. Mai in London bin. Nach einigem Überlegen suchte ich mir dann einen Campingplatz, der ein paar Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt liegt. 


Im Nachhinein war diese Fahrt eine der unspektakulärsten überhaupt. Also lest weiter!

Nach einigen gefahrenen Metern, zog ich mich wieder um und ließ die mich bei der Sonne zu sehr wärmende lange Unterhose sowie das Nike-Shirt in einer Satteltasche.



Die Landschaft, die dann folgte, konnte mich nun auch nicht mehr so begeistern, wie der Tage vorher. Die Sonne war zwar immer noch unglaublich schön und ich hörte eine Folge "Fest und Flauschig" mit Jan Böhmermann, Olli Schulz und als Gast Ralph Ruthe, aber die Landschaft hatte ich eben schon die Tage vorher gesehen. Berge. Bäume. Felder. 

Da es da also nicht viel Neues zu berichten gibt, möchte ich diesen Platz für eine wissenschaftliche Entdeckung meinerseits nutzen, die hoffentlich irgendwann nach mir benannt wird. Es geht um Kuhscheiße. Als ich früher Urlaub auf dem Bauernhof gemacht habe, roch es da nach Kuhscheiße und Heu. Das habe ich damals einfach so hingenommen. Ist ja auch logisch: da liegt Heu rum, also riecht es nach Heu. Kühe haben kein Klo, also riecht es nach Kuhscheiße. 



Doch nun, da ich diesen Geruch lange nicht mehr so oft gerochen habe, riecht es nicht mehr nach Kuhscheiße und Heu, sondern nach Kindheitserinnerungen. Es riecht nach den ersten Urlauben. Nach Föhr mit Oma und Opa. Nach Strand, nach Freiheit, nach unbeschwerter Kindheit,  während der man nur Kind sein musste. Nach der ersten Kindheitsurlaubsliebe und Urlaubsfreundschaften. Nach Spaß und die Welt durch Kindheitsaugen sehen. Es riecht nach Sand aus den Schuhen schütten und um ein zweites Eis betteln.Doch irgendwann ist der Punkt gekommen, da hat man alle Kindheitserinnerungen durchgespielt und es riecht wieder einfach nach Kuhscheiße und Heu. Die Hoffnung aber bleibt, dass sie irgendwann nach Fahrradfahren, neue Leute kennen lernen, Freiheit, Fahrtwind, Selbstfindungsphasen und noch so einigem mehr riecht.


So viel dazu. Wie komme ich jetzt von Scheiße zu Aldi Talk? Wenn ihr euch das folgende durchlest, könnt ihr euch ne gute Überleitung selber basteln: Mein Datenvolumen war alle. Und zwar einen Tag bevor ich mir für das EU-Ausland neues kaufen wollte. Nach einigem Überlegen entschied ich mich dann für 5 €, was ziemlich viel Geld für so einen kleinen Mann, wie mich ist, neues zu kaufen. das versuchte ich dann über die App, doch ich versuchte es drei Mal und jedes mal kam wieder eine Fehlermeldung. Bis ich dann gesehen habe, dass es wohl doch geklappt hatte und zwar ganze drei Mal. Ich hatte mir also für 15 € Datenvolumen gekauft, obwohl jedes Mal angezeigt wurde, ich solle es später noch einmal versuchen. Also rief ich bei ALDI-Talk an und wurde von einem Mitarbeiter zum anderen gestellt und musste mehrfach neu anrufen, bis ich dann nach 20 Minuten wenigstens die 10 € wieder gutgeschrieben bekommen habe, nicht aber das Geld für die ganzen Anrufe. Grrrrr....




Dafür hatte ich wieder einmal eine sehr nette Begegnung, als ich nämlich irgendwann eine Pause machte, ging das wohl ungewöhnlichste Paar, das ich je gesheen habe an mir vorbei. Ein älterer Herr und eine osteuropäische, deutlich jüngere Frau. Sie fragten mich zu meiner Reise aus und die Frau kommentierte das durchgängig mit "Geil! Geil! Geil" Geeeeeiiiiiil!!!!!". Als das strange Pärchen irgendwann weiterging, dachte ich mir auch nur noch: "Geil". 


Abends kam ich dann bei dem Campingplatz an. Für 8 € bekam ich einen Zeltplatz und eine Duschmarke geschenkt. Ich kaufte mir dort ein Paket Nudeln, weil ich endlich meinen Campingkocher ausprobieren wollte und nachdem ich mein Zelt nun deutlich schneller und routinierter aufgebaut hatte, versuchte ich das Wasser zu erhitzen. Long storie short: Das Ganze hat über 40 Minuten gedauert, währenddessen habe ich noch mit meiner Familie telefoniert, ein Zimmer in Pilsen gebucht, das meine Eltern netterweise für mich herausgesucht hatten und einen Teil einer Serie geguckt. Irgendwann kochte das Wasser dann tatsächlich, aber die Nudeln mussten dann auch noch einmal doppelt so lange, wie angegeben kochen, bis sie essbar waren. Dafür haben die dann sehr lecker geschmeckt und mich sowie das Zelt etwas aufgewärmt. 

                                                                                 

Die Nacht aber war wirklich nicht toll. Der Boden hart und die Nase eiskalt, den Rest konnte ich aber ganz gut aufwärmen und wenigstens regnete es nicht. Viel geschlafen habe ich aber auch in dieser Nacht nicht.  
   

Mittwoch, 5. April 2017

Tag 16 - Bayreuth (14. März)

Nachdem ich ausgiebig geschlafen hatte und die Wäsche über Nacht getrocknet war, machte ich mich am nächsten Morgen auf zum Frühstück. Da dieses im Preis inbegriffen war, nutzte ich es, um richtig satt zu werden. Ich aß Brötchen, Cornflakes, ein kleines Stückchen Käsekuchen, Gurken und trank ein Glas Wasser sowie einen Kakao. Besonders lecker war die selbstgemachte Marmelade. 

                                         


Mit vollem Magen räumte ich mein Zimmer auf und hinterlegte mein Gepäck in der Jugendherberge. Mit meinem Fahrrad fuhr ich dann durch Bayreuth und erkundete die Gegend. Besonders fielen mir dabei die schönen alten Gebäude und die Pflastersteine auf. 

                                         


Da ich ein großer Literaturfan bin, nutzte ich die Gelegenheit, um eine Buchhandlung zu besuchen. Ich entschied mich für die nahegelegene Thalia Buchhandlung, war aber genervt davon, wie unsortiert die Bücher waren. In der Jugendbuchabteilung behob ich das direkt und stellte die Bücher in der richtigen Reihenfolge auf. 

                                          


Danach ging es zum Mittagessen in die L'Osteria. Dort trank ich ein für Bayreuth typisches Bier und aß eine Pizza, die so groß war, dass sie eine ganze Familie mindestens eine Woche lang hätte ernähren können und weit über den Teller hinausragte. 

                                         


Daraufhin besuchte ich eine weitere kleine Buchhandlung, in der war dagegen alles richtig sortiert und ich las ein paar Minütchen in einem Tagebuch von Astrid Lindgren. Nach der Lesestunde sah ich mir noch ein paar Sehenswürdigkeiten von außen an und nutzte eine kleine Pause auf einer Bank, um eine Playlist mit Liedern für die nächsten Tage zu erstellen. 

                                           


Ich kaufte außerdem noch etwas Öl für die Kette des Fahrrads und holte daraufhin mein Gepäck ab, um zu Christian zu fahren, denn bei dem würde ich die nächste Nacht übernachten. Der Kontakt kam über Couchsurfing zustande und somit war dies meine erste Couchsurfing-Pbernachtung. Er empfing mich sehr nett und wir sprachen über Filme und Musik. Zu beiden Themen konnte er mir einige Dinge berichten. Außerdem nutzte ich die Zeit, um ein paar Blogeinträge zu schreiben. Auf YouTube zeigten wir uns gegenseitig ein paar witzige Videos - ich unter anderem von den Kanälen "Gute Arbeit Originals" und "Eure Mütter".

                                          

Wir aßen nur noch etwas und müde von dem anstrengenden Tag konnte ich in dem Kellerzimmer, das ich nur für mich alleine hatte, entspannt einschlafen.

Dienstag, 4. April 2017

Tag 15 - Von Schweinfurt nach Bayreuth (13. März)

Da Rudi und sein Sohn relativ früh los mussten, konnte auch ich meinen Tag etwas früher, als sonst beginnen. Bei dem gegenüber liegenden ALDI machte ich noch ein paar Besorgungen und musste feststellen, dass es um diese Uhrzeit doch noch recht kalt war. Ich fuhr wieder ein wenig am Main entlang und hörte dabei einen Podcast. Doch irgendwann machte mein Fahrrad komische Geräusche. Das Schutzblech machte immer mal wieder ein paar Probleme und sorgte dafür, dass sich mein Fahrrad teilweise wie ein Motorrad anhörte, aber dieses Geräusch war neu. Anstatt einfach nachzusehen, vermutete ich, dass sich irgendetwas unter dem Schutzblech verhakt hatte - ein Stein oder ähnliches. Bis ich mich dann doch irgendwann dazu entschied nachzusehen und folgendes fand:


Der Ast war schnell beseitigt und ich fuhr weiter. Wieder kam ein in diesem Fall wirklich sehr alter Radfahrer von hinten zu mir geradelt und fragte mich, woher ich denn komme und wohin es gehen solle. Er erzählte mir, dass er fast jeden Tag von seinem zu Hause zu seinem ein wenig entfernt gelegenen Garten fahren würde. Dabei habe er schon sehr viele Radfahrer aus den verschiedensten Ländern getroffen. Und er freue sich immer, wenn diese so nett seien, wie ich. Nach ein paar Minuten Gespräch, trennten sich unsere Wege. Ich rief ihm noch zu: "Bleiben Sie so fit" und er verabschiedete sich mit: "Tschüß, mein Hamburger Jung". Begeistert von dieser netten Begegnung fuhr ich weiter. Natürlich hörte ich mir wieder ein "Drei ???"-Hörspiel an und war davon sehr angetan, bis mich die App statt auf den parallel verlaufenden Radweg auf ein Feld schicken wollte. Da war das Fahren sehr mühsam und so musste ich über den schwer befahrbaren Grund wieder zurück zum Radweg.




Für diesen Tag hatte ich mir eigentlich vorgenommen bis nach Bamberg zu fahren, doch ich war so gut unterwegs, dass ich bei einer Pause vor dem Schloss Seehof dazu entschied bis nach Bayreuth durch zu fahren und den morgigen Tag dort zu verbringen. Meine Pause machte ich an einer Bushaltestelle, bei der eine ältere Dame, die neben mir saß auf den Bus wartete. Es folgte das übliche Gespräch: "Na wo soll es hingehen?" "Europa" "Um die Jahreszeit?" "Wird ja gerade wärmer"...

Sie erzählte mir, dass sie selbst sehr gerne mit dem Rad gefahren war, ihr Schwiegersohn sie aber irgendwann dabei beobachtet hatte und ihr zu ihrem und dem Schutz der anderen davon abgeraten hatte. Sie verkaufte das Fahrrad und ging jetzt zu Fuß oder fuhr mit dem Bus. "Im Durchschnitt kommen Sie dann ja auf das Fahrradfahr-Tempo", sagte ich.
Wir redeten noch ein bisschen und dann sagte sie, die müsse langsam aufstehen, ihr Bus würde gleich kommen. Also stellte sie sich an den Straßenrand, während ich in der Jugendherberge Bayreuth anrief und fragte, ob noch ein Einzelzimmer frei sei. Nachdem alles abgeklärt war, stand die ältere Dame immer noch da und wartete auf den Bus. Nun schon seit bestimmt fünf Minuten. Ich rätselte, ob sie einfach nur etwas verwirrt war, oder einfach keine Lust mehr auf das Gespräch mit mir hatte, als der Bus schon kam.




Nach der sehr ebenen Strecke nach Bamberg ging es nun unglaublich hügelig weiter. Ich versuchte mich mit etwas Musik zu motivieren und sang laut beim Aladdin-Soundtrack mit. Zum Glück begegnete ich keinem anderen Menschen, wie es in der Nähe von Koblenz der Fall gewesen war, als ich bei "Tarzan" und "König der Löwen" mitgesungen und dabei ein paar Passanten übersehen hatte. Ups...

Wieder fielen mir die für Bayern typische Kruzifixe und Maria-Statuen mit kleinem Häuschen, Blumen und Bank davor auf. Meist mit einer Beschriftung, wie "Maria, Hilf! Biddö, biddö!". Dort machte ich oft eine Pause und sah verächtlich auf die religiösen Symbole. Maria hätte mir mit dem scheiß Gegenwind mal helfen sollen!






Insgesamt ähneln sich Nord- und Süddeutschland deutlich mehr, als ich gedacht hätte. Es gibt bei beiden viele Bauernhöfe und Felder sowie nette Menschen. Süddeutschland ist nur mit mehr Hügeln, Kirchen und Akzent. Der Unterschied ist eben, dass die Süddeutschen Hügel, Kirchen und Akzent super finden, die Norddeutschen eben eher nicht so.


                                        


Nachdem ich ein sehr steiles Stück bergauf gefahren war, entschied ich mich für eine weitere Pause. Nach ein paar Minuten sah ich, wie eine Radfahrerin sich ebenfalls nach oben kämpfte und so erschöpft, wie ich es nachdem Stück gewesen war, neben mir anhielt. Auch sie wollte nach Bayreuth und so entschieden wir uns ein Stück gemeinsam zu fahren. Mit einer Mischung aus ihren guten Ortskenntnissen und meinem Navi fuhren wir weiter in Richtung Bayreuth. Und geteiltes Leid ist halbes Leid, so waren die steilen Passagen deutlich leichter zu bewältigen, wenn man weiß, dass man nicht der einzige ist, dem das gerade schwer fällt. Irgendwann sagte sie mir, dass ich nun davon fahren könne und nicht mehr auf sie warten müsse. Zuvor hatten wir ein ungefähr gleiches Tempo gehabt, aber auf der Landstraße konnte ich nun doch leichter davondüsen. Sie fragte mich noch, ob ich über meine Reise bloggen würde und ich nannte ihr diese Adresse. 






Den restlichen Weg nach Bayreuth hörte ich noch eine Folge "Das Podcast UFO", die ich mir extra aufgehoben hatte. So kam ich schnell in der Jugendherberge an. Dort erwartete mich ein auffällig gut aussehendes Zimmer. Handtücher waren zu einem Schwarm gefaltet und das Bett bereits bezogen. Außerdem stand auf dem Tisch ein Teller mit Süßigkeiten, Obst und etwas zu trinken. Ehrlich und doof, wie ich bin, fragte ich die Dame von der Jugendherberge, ob das denn so richtig sei, sie kam mit mir mit und  erzählte mir dann, dass der Architekt des neuen Gebäudes, das gerade gebaut werde, morgen in diesem Zimmer übernachten solle und das Essen für ihn gedacht sei. Ich versicherte ihr, dass ich natürlich nichts essen würde, sie verließ den Raum und ich stibitzte mir sogleich eine kleine Süßigkeit. Das hatte ich zum Glück schnell gemacht, denn ein paar Minuten später kam sie wieder herein und holte den Teller auf Anweisung der Chefin wieder heraus. 





Dafür war das Zimmer sehr sauber und das Bett bereits gemacht. Ich nutzte mein eigenes Bad, um meine Klamotten zu waschen und kaufte mir unten noch etwas zu trinken. Dabei kam ich mit der Dame von der Jugendherberge ins Gespräch, die mir begeistert von dem neuen Gebäude erzählte. Sie betonte, dass es auch sehr behindertenfreundlich sei und man jede Etage mit Fahrstühlen erreichen könne. "Das heißt, wenn ich mir bei meiner Reise beide Beine breche, kann ich die Jugendherberge hier immer noch besuchen", fragte ich. Woraufhin sie mich verdutzt ansah und sagte: "Ja, genau...aber äh, das wünschen wir Ihnen natürlich nicht."